Bildungsdesign – learning design – instructional design??? – Worum es geht sind Visionen.

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Bildquelle: pixabay CC0

In Vorbereitung einer Konferenz hat mich eine Kollegin gebeten, ihr „auf die Schnelle“ den Begriff Bildungsdesign zu erklären. Bei solchen speziellen Fragen fällt einem auf, welches Begriffswirrwarr herrscht.

1. Bildungsdesign

Schnell den Begriff in Google eingegeben … Hinter diesem Begriff verbirgt sich kein Konzept, keine Theorie, sondern Christoph Schmitt, der aber den Begriff des Bildungsdesigns in seiner LinkedIn-Bio so auf den Punkt bringt:

Ich entwickle radikal andere Formen & Formate für Bildung und Lernen im Digital Age und bilde Coaches & BeraterInnen aus (bso). Kurz: Ich mache digitales Bildungsdesign. Kollaboration statt Didaktik.

  • Bildung bedarf in Zeiten der digitalen Transformation einer neuen Struktur.
  • Bildungswege ändern sich – lebenslanges Lernen stellt neue Ansprüche an Bildungsangebote.
  • Die 4Ks müssen als Klammer und Grundlage für Bildung (Inhalte, Ziele, Methoden) dienen.
  • Digitale Technik ermöglicht nicht nur ein schnelleres Arbeiten in alten Strukturen, nein – viel wichtiger: es eröffnet neue Wege und Möglichkeiten der Zusammenarbeit, des Lernens, der Produkte, der Präsentation.

Diese Inhalte und die Formulierung „digitales Bildungsdesign“ machen deutlich, dass es um Transformation der althergebrachten Bildungsstruktur – entsprechend den Anforderungen und Bedingungen der Gutenberg-Galaxis entwickelt – geht. Eine Anpassung an die neuen Bedingungungen der Turing-Galaxis ist notwendig.

2. learning design – instructional design – educational design

All diese Begriffe lassen sich finden und werden auch gleichwertig gebraucht, obwohl es doch inhaltliche Unterschiede gibt bzw. der Fokus auf bestimmte Bereiche des Lernprozesses liegt.

Instruktionsdesign: konzentriert sich auf Formulierung, Tauglichkeit und Wirkweise von Anweisungen/Anordnungen
The Four-Component Instructional Design Model: Multimedia Principles in Environments for Complex Learning

Studientext: Didaktisches Design (Gabi Reimann)

Instructional design Method (nach Annette Devilee)

Lerndesign: zielt auf die Gestaltung des Lehr-Lern-Prozesses ab

Lerndesign  – Einzelschritte, Vorgehensweise (dargelegt für Neue Mittelschule, Österreich)

rückwärtiges Lerndesign – Beispiel aus Österreich

3. educational design – Bildungsdesign?

Alles in allem geht es um die Neuausrichtung des Bildungsprozesses unter den Bedingungen der digitalen Transformation. Das bedeutet Umstrukturierung auf mehreren Ebenen:

als Lehrperson:

Sich der neuen Anforderungen bewusst zu werden, ist der erste Schritt als Lehrperson. Die eigene Lehrtätigkeit in Frage stellen, evaluieren, anpassen, neue Formate, Werkzeuge und Wege testen – dies müssen die ersten Schritte sein. Das ist ein sehr individueller Prozess, sollte es aber nicht sein – gerade nicht mehr im 21. Jahrhndert, im Zeichen der 4Ks. Der Lehrer als Einzelkämpfer hat ausgedient – Kollaboration und Kommunikation sind die Grundlage des Arbeitsprozesses im 21. Jahrhundert – auch als Lehrer!

als Schule:

Jede Schule muss sich als Gesamtheit aller Lehrkräfte, Schüler und aller am Bildungsprozess Beteiligten auf den Weg machen. Es sind dieselben Schritte, die auch jede Lehrperson durchlaufen sollte – heißt: eigentlich ist es nicht ein zweiter Prozess, losgelöst vom ersten. Da Schule ein „lebender Organismus“ ist, müssen alle Beteiligten aktiviert und für die Transformation sensibilisiert werden. Ein gemeinsamer Weg, angepasst an die speziellen Bedingungen der jeweiligen Schule, muss von allen getragen werden.

Schulträger/Politik:

Bedingungen (technische Ausstattung, politische Entscheidungspielräume), die eine Entwicklung ermöglichen, sind Voraussetzung für die erfolgreiche Transformation. Ich habe da so meine Zweifel und bin sehr pessimistisch – aber das sind persönliche Erfahrungen. Warten wir’s ab – jetzt haben wir wieder eine neue Chance und viele Versprechungen im Vorfeld der Wahl und Koaitionsverhandlungen gehört! Hoffen wir mal, dass es nicht so läuft wie von Axel Krommer hier dargelegt – oder sind wir schon mittendrin?

Wie soll nun Bildung am Ende dieses Transformationsprozesses aussehen?

Eine Vision, ein Ziel vor Augen – dann kann man planen. Hier eine kleine Zusammenstellung, was es für Visionen/Sichtweisen/Vorstellungen gibt, was diskutiert wird. (Reihenfolge ist keine Wertung.) Dabei nicht vergessen: das ist ein Weg, der beschritten wird, es braucht Zeit. Milestones sollten kreiert werden, um immer wieder den Entwicklungsstand zu evaluieren, zu überprüfen und gegebenenfalls die Entwicklung neu auszurichten bzw. anzupassen.

The school of tomorrow: designing great places to learn

Margret Rasfeld: Die Bildungsinnovatorin – Podcast

Mal ein Buch zum Nachlesen. 😉 SOL 2.0 Selbstorganisiertes Lernen mit Web 2.0 Tools in der beruflichen Bildung

Interview: Welche Schule die „Generation Z“ braucht. YouTube-Video

Sehr zu empfehlen: B(u)ildung 4.0  Hier findet man auch ein ebook zum Thema

Dann lassen wir mal A.C. Wagner zu Wort kommen – Wie lernt man im 21. Jahrhundert?

Gute Lernorte in der digitalen Gesellschaft. Oder: Was Schulen von Starbucks lernen können – von Jöran Muuß-Merholz

Und weil natürlich in Bezug auf Bildung auch immer von Prüfungen und Bewertung die Rede ist: ein toller Artikel von Philip Stade zu –  Alternative Prüfungsformate – real und radikal

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