Lernorte wie bei Starbucks? – Lernprozesse bitte auch – mit 4Ks kein Problem!

Jöran Muuss-Mehrholz erklärt in seinem Artikel „Was Schulen von Starbucks lernen können“, wie Lernorte der Zukunft bzw. im 21. Jahrhundert (und wir haben immerhin schon 2018) funktionieren sollten. Diese neue Orte sind nicht mehr die Lernfabriken des 19. Jahrhunderts, sondern Coworking Spaces. Er zieht den Vergleich zu Starbucks. Und obwohl im einleitenden Absatz zu lesen ist: „dieser Beitrag fokussiert diese Raumfragen“ – lese ich da viel mehr heraus. Für mich geht es in diesem Beitrag auch um die Frage nach einer neuen Struktur von Bildung im 21. Jahrhundert. Raumfragen sind ja immer auch an Arbeitsweise und -inhalte gebunden und deshalb spiegeln die im Artikel dargestellten Vorlieben für „Bibliotheken, Kaffeehäuser und Coworking-Spaces“ dieses veränderte Lern- und Arbeitsverhalten wider – sie sind sozusagen der Platz für die 4Ks, die die Basis für erfolgreiche Lehr- und Lernarbeit bilden.

Anderseits beeinflussen natürlich auch vorhandene räumliche Möglichkeiten die Zusammenarbeit, fördern Kollaboration, Kommunikation oder ermöglichen auch Phasen der Konzentration des Einzelnen. Das vor Augen, sieht man die vorhandene Raumstruktur in Schulen sehr kritisch, aber auch das Potential, das sich hier eröffnen kann.

Wenn in Schule kompetenzorientiert unterrichtet werden soll, muss es auch möglich sein, Arbeitsweisen zu nutzen, die dafür notwendig sind. Bei einer Klassenstärke von 25 S*S lässt sich z.B. Gruppenarbeit in einem Raum schlecht durchführen (Platzmangel, Lautstärkepegel). Wie sollen die 4Ks da erfolgreich zum Einsatz kommen? Kommunikation, Kollaboration benötigen ebenso wie Kreativität und kritisches Denken Freiräume – gedankliche und räumliche.

Lernprozesse benötigen FreiRÄUME. Gruppen müssen sich immer wieder neu finden können, denn feste Klassen- und Fächerstrukuren entsprechen nicht den Anforderungen der Zukunft. Projektbasierter Unterricht erfordert entsprechend den verschiedenen Phasen der Projektarbeit unterschiedliche Arbeitsprozesse und verschiedene Formen der Zusammenarbeit – und hier sollte man auch unbedingt über den schulraum hinaus denken.

Neben den lokalen Voraussetzungen gehört aber auch gedankliche FREIräume. Diese zu schaffen bedarf es der inneren Bereitschaft dazu. Man muss verstanden haben, dass Bildung nicht mehr so funktioniert/funktionieren kann wie vor 20 oder 30 Jahren. Die Entwicklung in jeglicher Hinsicht – Wissen, Können, Technik, Gesellschaft – müssen im Bildungsbereich widergespiegelt werden, ja eigentlich muss der Bildungsbereich der Vorreiter der Entwicklung sein. Dies resultiert allein schon aus der Tatsache, dass in Schule und Hochschule die zukünftige Generation ausgebildet wird. Die Gestaltungsoptionen der Lernprozesse sollten frei wählbar sein – abhängig von Thema, Lehrperson, Lerner, technische Voraussetzungen, egal ob digital oder analog. Nicht entweder oder, sondern sowohl als auch!

Tools, Arbeitsmethoden lassen sich wählen und anpassen – wichtig ist der Fokus und die Verantwortung der Lehrperson. Mit ihr steht und fällt die Form des Unterrichts – sie setzt das Setting und ebnet den Weg für Bildung im 21. Jahrhundert  – oder auch nicht. Bedeutet: man muss als lehrende Person life long learning verinnerlicht haben. Nur wenn man weiß, welche Möglichkeiten es gibt und deren Vor- und Nachteile testet, kann man (richtige) Entscheidungen treffen. Deshalb hatte ich versucht, Bekanntes mal ein wenig zu sortieren. Habe aber gemerkt, dass diese Kategorisierung schwierig ist – es greift alles ineinander. Trennen kann man so wirklich nicht.

Mindmap – Möglichkeiten und Tools, die 4K’s umzusetzen:
Bildschirmfoto 2018-03-14 um 15.35.58

Über den Link in der Überschrift gelangt man zur Mindmap – die ist offen und darf/soll ergänzt werden. Bitte tobt euch aus – ergänzt, verändert, korrigiert!

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